Release v0.34.0: Vom Werkzeug zum lernenden Assistenten

Einführung von Progressive Profiling, Zwiebelmodus und der rollenbasierten Hyper-Relevance Engine in Cernion.

Wir haben mit den Versionen v0.32.0 bis v0.34.0 bei Cernion (A²MDM) einen entscheidenden Reifegrad erreicht: Die Plattform denkt nicht mehr nur — sie lernt.

Für Stadtwerke und Verteilnetzbetreiber (VNB), die den Energiewandel aktiv gestalten wollen, reicht es nicht mehr, starre Werkzeuge zu bedienen. Sie benötigen Systeme, die sich an die Arbeitsweise ihrer Experten anpassen.

Progressive Profiling: Die Plattform wächst mit ihren Nutzern

Bisher lieferte Cernion Analysen auf Basis fester Regeln. Mit dem Release v0.34.0 haben wir das sogenannte Progressive Profiling (intern als "Zwiebelmodus" bezeichnet) eingeführt.

Was bedeutet das konkret? Ein Netzplaner, der regelmäßig Fragen zur Anschlusskapazität stellt, bekommt automatisch andere Datenquellen (z.B. OSM-Substation-Finder) und eine andere Analysetiefe präsentiert als ein Mitarbeiter im Redispatch-Settlement. Diese rollenbasierte Intelligenz (Hyper-Relevance Engine) arbeitet völlig geräuschlos im Hintergrund. Nach jeder abgeschlossenen Analyse aktualisiert Cernion automatisch das Nutzerprofil. Das System lernt, welche Themen häufig adressiert werden und welche Signale besonders relevant sind. Eigene regulatorische "rote Linien" lassen sich explizit hinterlegen und werden vom System dauerhaft respektiert.

Anlagen denken, nicht nur zählen (Ontology Graph)

Cernion versteht jetzt die physikalischen und regulatorischen Beziehungen zwischen Anlagen, Netzanschlusspunkten und Umspannwerken als echtes Netzwerk. Ein fehlender Netzanschlusspunkt (NAP) wird nicht mehr durch Textanalyse vermutet, sondern durch das mathematische Fehlen einer Kante im Graphen (hasEdge(INSTALLATION, NAP)) bewiesen.

Das ermöglicht eine neue Qualität der Zielnetzplanung: Wenn ein Projektierer einen 12 MW Windpark anfragt, erkennt Cernion nicht nur die Anlage, sondern triggert sofort das Signal VOLTAGE_HOP_REQUIRED, identifiziert das nächstgelegene Hochspannungs-Umspannwerk und berechnet den Topologie-Hop.

KRITIS-konform "Out of the Box"

All diese Intelligenz läuft zu 100% On-Premise-fähig. Wie unser neues Deployment Runbook zeigt, benötigt Cernion keine externen Datenbankserver (kein PostgreSQL, kein Redis, keine Cloud). Alle Datenspeicher (PouchDB, SQLite WAL, MQTT) sind tief ins System eingebettet. Das System ist offline-fähig, EU AI Act konform (Nachweisbarkeit über Audit-Trails) und schützt die kritischen Infrastrukturdaten der Verteilnetzbetreiber absolut zuverlässig.

Cernion ist damit die erste embedded-fähige, KRITIS-konforme Energieplattform mit lernfähiger Agentenarchitektur für den deutschen Markt.

Agentic Asset-MDM in der Praxis

Theoretische Methodik ist gut – operative Software ist besser. Cernion bietet die schlüsselfertige Architektur zur automatisierten Konsistenzprüfung, basierend auf den Prinzipien dieses Wikis (Local-First, XAI, OEO).

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