Sneak Peek: Die Cernion Backend Roadmap (EDM & §14a EnWG)
Vom passiven Stammdaten-Register zum aktiven Steuerungs-Layer. Ein Blick in den Maschinenraum der kommenden Cernion Architektur.
Die Automatisierung von Stammdaten (wie in unseren letzten Cookbook-Rezepten zum MaStR gezeigt) ist für Verteilnetzbetreiber die zwingende Pflichtaufgabe. Die Kür der Energiewende liegt jedoch in der Echtzeit-Verarbeitung von Bewegungsdaten und der daraus resultierenden, autonomen Netzsteuerung.
Heute geben wir einen exklusiven Sneak Peek in unsere Backend Roadmap, die Cernion von einer reinen Analyse- und Konsistenz-Plattform (Agentic Asset-MDM) zu einer hochperformanten, operativen Transaktions- und Steuerungs-Engine ausbaut.
Phase 0: Das In-Memory Energiedatenmanagement (EDM)
Um Latenzen bei der Netzsteuerung zu minimieren, integrieren wir einen nativen EDM-Layer direkt in die Cernion-Architektur:
- MeLo-Registry & Zeitreihen-CRUD: Eine hochperformante (SQLite-gestützte) Basis für Messlokationen und Lastgänge.
- Standardlastprofile (SLP): Native Integration von BDEW- und Custom-Profilen als Fallback-Ebene.
- Validierung & Ersatzwertbildung: Autonome Erkennung fehlender Zählerstände und deren physikalisch korrekte Substitution.
Die Brücke: MSCONS-Import via Willi Mako
Ein besonderes Highlight für unsere langjährigen Nutzer: Die etablierte und hochrobuste Marktkommunikations-Engine von Willi Mako wird nahtlos als MCP-Konnektor (Model Context Protocol) in Cernion integriert. Zählerstände und SG5/8/10-Nachrichten (MSCONS) fließen so direkt in den neuen Cernion Intelligence-Layer.
Phase 1 & 2: Prognose und Settlement (Redispatch 2.0)
Harte Daten erfordern kaufmännische Konsequenzen. Cernion schließt die Lücke zwischen Netzbetrieb und Abrechnung:
- Settlement-Engine: Die Kern-Architektur für die vollautomatisierte Abrechnung von Redispatch 2.0 (Ausfallarbeit) und EEG-Mengen.
- Forecast-Engine: KI-gestützte Lastprognosen und Netzfahrpläne, kombiniert mit unserer bewährten Erzeugungsprognose (
mastr_generation_forecast). - Bilanzkreis-Management: Natives MaBiS/BKV-Handling und die Verwaltung virtueller Bilanzkreise.
Phase 3: Die Echtzeit-Steuerung (§14a EnWG)
Der finale Schritt zur Automatisierung des Verteilnetzes:
- Embedded MQTT-Broker: Cernion erhält einen nativen IoT-Kommunikationskanal (Aedes) für Telemetrie und Steuerbefehle.
- Flex-Registry: Registrierung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen (SVE) nach §14a EnWG. Bei prognostizierten Engpässen im Zielnetz generiert der Agent nicht nur einen Alarm, sondern routet den physikalischen Drosselungsbefehl (Dimming) in Echtzeit über MQTT an die Anlage.
Fazit: Cernion baut keine isolierten Dashboards, sondern das operative Betriebssystem für die All Electric Society. Wer seine Stammdaten heute mit Cernion bereinigt, legt das Fundament für die automatisierte Netzsteuerung von morgen.